Lungenkrebs-Screening in Deutschland — Was Krankenhäuser über KI-Software wissen müssen
Das nationale LDCT-Lungenkrebs-Screening-Programm Deutschlands startet im April 2026 mit verpflichtender KI-gestützter Detektion. Im Folgenden finden Sie die häufigsten Fragen von Krankenhäusern und radiologischen Praxen, die ihre KI-Infrastruktur für die Programmteilnahme evaluieren.
Regulatorische Konformität
Erfüllt AVIEW LCS Plus die Anforderungen der LuKrFrühErkV an „qualifizierte Software zur computerassistierten Detektion"?
Ja. AVIEW LCS Plus wurde für die automatisierte Erkennung und Analyse von Lungenrundherden in Niedrigdosis-CTs entwickelt — exakt der Anwendungsfall, den die Lungenkrebs-Früherkennungs-Verordnung (LuKrFrühErkV) vorschreibt. Die Lösung verfügt über eine CE-Kennzeichnung gemäß der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR), eine FDA-Zulassung sowie vollständige HIPAA- und DSGVO-Konformität. Darüber hinaus wurde sie im deutschen HANSE-Pilotprogramm validiert — der staatlich geleiteten Screening-Studie, deren Ergebnisse in den G-BA-Beschluss zur Einführung des nationalen Programms eingeflossen sind.
Reicht die CE-Kennzeichnung aus, oder sind zusätzliche Zertifizierungen erforderlich?
Die CE-Kennzeichnung gemäß MDR ist die grundlegende regulatorische Anforderung für Medizinprodukte-Software in Deutschland. Darüber hinaus legt die Krebsfrüherkennungs-Richtlinie des G-BA Qualitätsanforderungen an das CT-Gerät, den Befundarbeitsplatz und die verwendete CAD-Software fest. Coreline Soft unterstützt teilnehmende Einrichtungen im Rahmen des Implementierungsprozesses bei der vollständigen Erfüllung dieser Anforderungen.
Workflow-Integration
Wie wird AVIEW LCS Plus in bestehende PACS- und RIS-Systeme integriert?
AVIEW LCS Plus unterstützt Standard-DICOM-Konnektivität und lässt sich in bestehende PACS- und RIS-Umgebungen integrieren. Die Lösung kann als eigenständige Workstation betrieben oder in Drittanbieter-Plattformen eingebettet werden — einschließlich der Calantic Medical Imaging Plattform von Bayer, mit der Coreline Soft eine aktive Partnerschaft unterhält. Integrationsumfang, unterstützte Kommunikationsprotokolle und Zeitrahmen werden im Rahmen des Onboarding-Prozesses anhand der jeweiligen IT-Umgebung bewertet.
Wie unterstützt die Software den vorgeschriebenen Doppelbefundungs-Workflow?
Das deutsche Screening-Programm verlangt bei Verdachtsbefunden oder kontrollbedürftigen Ergebnissen eine unabhängige Zweitbefundung sowie eine gemeinsame Empfehlung. AVIEW LCS Plus stellt sowohl dem Erst- als auch dem Zweitbefunder standardisierte Ergebnisse der Rundherd-Erkennung und -Vermessung zur Verfügung und gewährleistet so, dass beide Beurteilungen auf derselben KI-gestützten Analysegrundlage basieren. Dies ist besonders wichtig, wenn Erst- und Zweitbefunder an unterschiedlichen Einrichtungen tätig sind — die Software stellt standortunabhängige Konsistenz sicher.
Wie erfolgt der Datenaustausch zwischen Erst- und Zweitbefundungsstandorten im deutschen Screening-Programm?
Der G-BA schreibt eine unabhängige Zweitbefundung bei auffälligen Ergebnissen vor, legt jedoch kein technisches Verfahren für den Datenaustausch zwischen Einrichtungen fest. Coreline Soft adressiert dies mit zwei getrennten Produkten: AVIEW, installiert am Erstbefundungsstandort, führt die KI-gestützte Detektion durch und unterstützt die Erstbefundung. Wenn Befunde einen definierten Schwellenwert erreichen (z. B. Lung-RADS ≥ 3), wird der Fall an AVIEW:HUB übermittelt, das am zertifizierten Lungenkrebszentrum installiert ist, wo die Zweitbefundung stattfindet. Der Zweitbefunder greift über den webbasierten Viewer von AVIEW:HUB auf den Fall zu — einschließlich der am Erstbefundungsstandort generierten KI-Analyseergebnisse. Bei diskrepanten Befunden leitet die Plattform den Fall in eine Konsensusstufe mit vollständiger Audit-Dokumentation weiter. Diese Architektur stellt sicher, dass Erstbefunder ausschließlich mit AVIEW und zertifizierte Zweitbefunder ausschließlich mit AVIEW:HUB arbeiten, was Benutzerverwaltung und Zugriffssteuerung vereinfacht.
Multi-Standort-Betrieb
Wie wird eine konsistente Detektionsqualität über mehrere Screening-Standorte hinweg sichergestellt?
Dies ist die zentrale operative Herausforderung, die aus dem Vergütungsrahmen resultiert — und genau dafür wurde AVIEW LCS Plus entwickelt. Die Lösung wendet an allen Standorten dieselben Detektionsalgorithmen und Messverfahren an und eliminiert so Variabilität, die durch unterschiedliche Befunder-Erfahrung, Workstation-Konfigurationen oder lokale Praktiken entsteht. Für Krankenhausverbünde und radiologische Netzwerke mit mehreren Standorten bietet dies die standardisierte Qualitätsbasis, die das nationale Programm erfordert.
Gibt es eine zentrale Überwachung oder Qualitäts-Dashboards für Multi-Standort-Installationen?
Coreline Soft unterstützt Installationskonfigurationen, die eine standortübergreifende Übersicht ermöglichen. Spezifische Monitoring- und Reporting-Funktionen können basierend auf der operativen Struktur und dem Umfang Ihres Screening-Programms besprochen werden.
Strukturierte Befundung und Verlaufskontrolle
Erstellt die Software strukturierte Berichte gemäß den deutschen Screening-Richtlinien?
AVIEW LCS Plus liefert standardisierte Ergebnisse der Rundherd-Analyse — einschließlich Größe, Lokalisation, Volumen und Charakteristika —, die die von der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie geforderten strukturierten Befundungs-Workflows unterstützen. Diese Ergebnisse können in die Berichtsvorlagen Ihrer Einrichtung integriert werden, um die Dokumentationsanforderungen sowohl der Erst- als auch der Zweitbefundung zu erfüllen.
Kann die Software Rundherde über 12-Monats-Kontrolluntersuchungen hinweg automatisch vergleichen?
Ja. Die longitudinale Rundherd-Verlaufskontrolle ist eine Kernfunktion von AVIEW LCS Plus. Wenn ein Patient zur Kontroll-LDCT (Szenario der Abrechnungsziffer GOP 01872) wiederkommt, erfolgt ein automatischer Abgleich bereits identifizierter Rundherde mit Berechnung der volumetrischen Veränderungen im Zeitverlauf. Dies ermöglicht eine objektive Wachstumsbeurteilung und unterstützt die klinische Entscheidung, ob weitere Abklärung erforderlich ist — eine kritische Funktion im vorgeschriebenen Doppelbefundungs- und Konsensus-Workflow.
Evidenz und Referenzen
Welche Ergebnisse hat das HANSE-Pilotprogramm geliefert?
Die HANSE-Studie (Hanseatic Screening Project) wurde an drei zertifizierten Lungenkrebszentren in Norddeutschland durchgeführt — Medizinische Hochschule Hannover, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Lübeck) und LungenClinic Grosshansdorf. AVIEW LCS Plus war die einzige im Rahmen der Studie eingesetzte KI-Software. HANSE war eine der zentralen Studien, die den G-BA-Beschluss zur Einführung des nationalen Screening-Programms beeinflusst haben und zur Evidenzbasis für KI-gestütztes LDCT-Screening in Deutschland beigetragen haben. Spezifische klinische Ergebnisse und Publikationsdaten sind auf Anfrage verfügbar.
Welche deutschen Krankenhäuser nutzen derzeit AVIEW LCS Plus?
Coreline Soft beliefert derzeit mehr als 60 % der deutschen Top-10-Krankenhäuser mit AVIEW LCS Plus. Dazu gehören die Charité – Universitätsmedizin Berlin, die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), das Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München (TUM), die Uniklinik Köln, das Klinikum Chemnitz (ein öffentliches Krankenhaus in Sachsen) sowie Quartz. Die Lösung wird darüber hinaus in mehreren großen europäischen nationalen Lungenkrebs-Screening-Programmen eingesetzt, darunter RISP, IMPULSION und 4-IN THE LUNG RUN.
Preise und Implementierung
Wie ist das Lizenzmodell aufgebaut?
Coreline Soft bietet flexible Lizenzmodelle, die auf den Umfang und die Struktur des Screening-Programms zugeschnitten sind — ob Einzelstandort, Multi-Standort oder netzwerkweite Installation.
Wie lange dauert die Implementierung in der Regel?
Die Implementierungsdauer hängt von der IT-Infrastruktur und den Integrationsanforderungen ab. Für Einrichtungen mit Standard-PACS/DICOM-Umgebungen ist die Inbetriebnahme in der Regel innerhalb weniger Wochen möglich. Coreline Soft stellt eine dedizierte Onboarding-Unterstützung bereit, die technische Integration, Workflow-Konfiguration und Anwenderschulung umfasst.
Haben Sie eine Frage, die hier nicht beantwortet wurde? Kontaktieren Sie uns unter cle@corelinesoft.com oder wenden Sie sich an Ihren regionalen Coreline Soft-Ansprechpartner.